Die Idee ist toll, aber so ganz neu nicht: Sie soll die Vorzüge kleiner Kompaktkameras und hochwertiger Spiegelreflex-Boliden verbinden. Ambitionierte Fotografen erinnern sich da vielleicht noch an die wunderschöne Leica M. Soll heißen: Wechselobjektive wie bei einer DSLR - und ähnlich große Sensor-Chips. Aber eben keinen Spiegel, der Platz braucht und laut ist. Die Sony Alpha NEX-5 ist eine von mehreren solcher Neulinge am Markt.

Vorteil 1: Es stehen beliebige Brennweiten zur Verfügung. Z. B. das Universal-Zoom für den Urlaub, das starke Weitwinkel für die Party. Vorteil 2: Die Kamera ist klein und leicht. Vorteil 3: Durch Wegfall des Spiegels kann die hintere Objektivlinse näher an den Chip rücken, was bei bestimmten Brennweiten die Abbildungs-Qualität steigert (bzw. den Preis senkt).

Beginnen wir mit den Äußerlichkeiten: Das Gehäuse ist so klein, dass das 16-mm Pancake-Objektiv so aussieht, wie es heißt: wie ein aufgeklebter Pfannkuchen. Die Maße gereichen schon beinahe einem Handy zur Ehre: 11 Zentimeter Breite und 5,9 Zentimeter Höhe. Tiefe: 3,8 Zentimeter (gerundet). und von 229 Gramm Gewicht träumt eine DSLR nur. Hinten ist ein schwenkbares TruBlack LC-Display verbaut, das auf einer Diagonale von 7,5 Zentimetern ein großes Bild bietet (921 600 Pixel)
Das Sony E-Bajonett nimmt per Adapterring auch Alpha-Bajonette von Konica/Minolta auf (oft ohne Autofokus).

Drinnen ist Größe angesagt. Der CMOS-Sensor misst 23,4 mal 15,6 Millimeter (Format APS-C), bei einer effektiven Darstellung von 14,2 Megapixel. Wahrhaftig Profi-Anspruch, weil es gegenüber einer Kompakten das Rauschen erheblich reduziert. Dazu passt die rasante Serienbild-Funktion von 7 Bildern pro Sekunde. Ebenfalls Profi-like ist die manuelle Einstellung der Farbtemperatur (neben den üblichen Programmen).

Jetzt der Clou. Auf produkt-news.com berichteten wir bereits über die neuen 3D-Fernseher, hier haben wir nun die erste Kamera, die 3D-Video-Clips (AVCHD-Format, Full-HD) aufnimmt! Jedenfalls sollen räumliche Panorama-Schwenks auf einem entsprechenden TV-Gerät ausgegeben werden können. Da die ersten NEX-5 Modelle dafür nicht ausgerüstet waren, gibts ein Firmware-Update.

Wer Objektive wechselt, hat Staub in der Kamera. Das ist so. Profi-Geräte schütteln ihn ab, jedenfalls innerlich. Die NEX hat dafür einen elektromagnetischen Schwingungsmechanismus und eine Beschichtung gegen statische Aufladung.

Zur Belichtung. 49 Segmente messen das Motiv aus, aber auch mittenbetonte und Spot-Messung sind einstellbar, wählbar natürlich auch die Automatik: Blenden- oder Zeitpriorität, vollautomatisch, manuell, per Motivprogramm oder mit einer Einstellung gegen Bewegungsunschärfe.

Bei einer so kleinen Kamera macht ein Aufsteck-Blitz wohl wenig Sinn. Der eingebaute kommt mit Leitzahl 7, TTL-Vorblitz und einer Blitzfolgezeit von 4 Sekunden. Letzteres ist eher Durchschnitt.

Beim Speicher beugt Sony sich der Macht der Masse. Kamen frühere Gerät oft nur mit einem Slot für die werkseigenen Memory-Sticks, nimmt diese Kamera auch SD-Karten (bis SDHX), außerdem natürlich die Memory Sticks PRO Duo und PRO-HG Duo. Im Klartext: Es passt Speicher ohne Ende rein.

Endlich dagegen ist der Lithium-Ionen-Akku, nach 330 Bildern ist Schluss. Das ist zwar nicht wenig, allerdings empfiehlt sich ein Zweit-Akku.

Neben dem mitgelieferten Standard-Objektiv von 16 mm Brennweite (F 2,8) bietet das Werk momentan noch zwei weitere Optiken an: das mit 300 Euro UVP günstige SEL-1855 mit 18 bis 55 mm Brennweite (F3,5 bis 5,6) und das schicke 21-fach-Zoom SEL-18200 (18 bis 200, F3,5 bis 6,3). Letzteres soll 800 Euro kosten.

Für die Kamera empfiehlt Sony einen Preis von 599. Wer keine Videofunktion braucht, spart 100, wenn er sich für die NEX-3 entscheidet.

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