Digitale Spiegelreflexkameras sind groß - hieß es bisher. Und: Kompakte sind in ihren Möglichkeiten beschränkt, weil man das Objektiv nicht wechseln kann. Das ist Geschichte, wie nicht nur Panasonics Lumix DMC-G1 bewies. Samsung kann das auch.

Die NX10 ist so ein Multitalent: Kompaktkamera mit wechselbarer Optik. Dadurch ist der Brennweiten-Spielraum so groß, wie der Fotograf es für seine spezielle Aufgabe braucht. Und ein weiteres Merkmal für kreative Nutzer: Sie kann komplett manuell gesteuert werden. (Natürlich sind die üblichen Automatik-Funktionen auch mit an Bord.)

Ein weiteres Feature aus der Profi-Fotografie findet sich bei der NX10 wieder: Die Abblendtaste. Mit dem Schließen der Blende kann die Schärfentiefe vor dem Auslösen genau kontrolliert werden.

Gute Digicams müssen zwei gegenläufige Eigenschaften unter einen Hut bringen: Hohe Lichtempfindlichkeit (bis ISO 3200 einstellbar) bei geringem Bildrauschen. Samsung verspricht, dies mit dem neuen Bildsensor (APS-C-Format) in den Griff gekriegt zu haben. Immerhin hat dieser CMOS-Sensor eine stattliche Größe von 23,4 mal 15,6 Millimetern und damit fast die halbe Fläche eines Kleinbild-Negativs. Je größer der Chip, desto größer (und damit lichtempfindlicher) können die Sensor-Punkte sein - und trotzdem wird eine Auflösung von 14,6 Megapixel erreicht. Professionell auch die Verschlusszeiten: 1/4000. bis 30 Sekunden plus Langzeit

Zum Display (640 mal 480 Pixel). Hier kommen neuartige AMOLED (steht für Active Matrix Organic Light Emitting Diode) zum Einsatz. Diese organischen Leuchtdioden erleichtern eine Beurteilung des Bildes bei hellem Sonnenlicht ungemein.
Dennoch wurde auf einen (elektronischen) Sucher (VGA-Auflösung) nicht verzichtet. Der zeigt - so Samsung - das Bild bereits bei der Aufnahme so an, wie man es später sehen wird. Und etliche Informationen wie Farbwerte, Helligkeit oder Kontrast.

Wer Video oder Foto sagt, der meint heute HDMI („High Definition Multimedia Interface“). Damit die Bilder auch auf einem HD-Fernseher gestochen scharf und groß angezeigt werden, hat diese Kamera eine entsprechende Schnittstelle. Was auch dem Sound zu Gute kommt, nicht unwichtig bei der Nutzung der Videofunktion im H.264-Format: Die löst Bilder bis zu 1280 mal 720 Punkte auf.
Profifunktion hin - Idiotensicherheit her: Das Menü entspricht in etwa dem einer Kompaktkamera, so sollen auch Kunden, die nicht willens sind, dicke Manuale zu lesen, einfach zurecht kommen.

Für Laien unwichtig, für Profis sehr interessant: Diese Kamera unterstützt Bild-Daten im RAW-Format. Dieses Rohdaten-Material lässt sich später ohne Verluste universell bearbeiten. Nimmt aber gewaltig Speicher: 24 Fotos von 12 Megapixel füllen ein Gigabyte. Da ist ein Schacht für SDHC-Karten bis 8 Gigabyte allenfalls noch ausreichend. Für normale jpeg-Fotos ist das jedoch mehr als genug - wenn die voll ist, verliert man schnell den Überblick. Um das zu verhindern, hilft eine kleine Ordner- und Sortierfunktion.

Zurück zu der wichtigsten Eigenschaft neben all der schönen Technik: die Größe. Nur 353 Gramm bringt diese Kamera auf die Waage (Abmessung: 123 mal 87 mal 39,8 mm). Im Vergleich: Eine Sony Cybershot DSC-HX1 mit fest eingebautem Vario-Objektiv wiegt 100 Gramm mehr. (Allerdings ist auch die Maximal-Brennweite größer). Samsungs Kompakte hat von Haus aus ein 18-55 mm Objektiv dabei.

799 Euro schlägt der Hersteller für diese Digitalkamera den Händlern vor. Das hindert einige nicht daran, dieses Schätzchen inzwischen für 100 Euro weniger anzubieten.

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